Über uns
Projekte
Kontakt
Service

 

 
Geschichts werkstatt köln mülheim

 

Mülheim im
Nationalsozialismus

Jüdisches
Leben in Mülheim

Widerstand
in der NS-Zeit

Mülheimer
Geschichte(n)

Geschichte
in Bildern

 

 

Widerstand in der NS-Zeit

Willi Remmel

Willi Remmel, Kölner Kommunist. Seit 1933 aktiv im illegalen antifaschisti-schen Kampf. Von der Gestapo 1936 verhaftet, im Kölner Klingelpütz wegen Hochverrats eingesperrt, im Keller des ELDE-Hauses, dem Sitz der Kölner Gestapo, malträtiert. Aus der Haft mit Auflagen entlassen. In der Sylvester-nacht 1936 Flucht nach Holland.
Am 30.5.1937 schwimmt Willi im wahrsten Wortsinn nach Spanien. Das Schiff, das ihn von Marseille nach Spanien bringen sollte, wurde vor Mallgrat von einem italienischen U-Boot torpediert und versenkt, Willi schwimmt an Land. Am 10. Juni bereits steht er in seinem ersten Kampfeinsatz an der Front bei Guadalajara.
1940 wird Willi Remmel von den Franzosen an die Gestapo ausgeliefert. Er geht durch die Konzentrationslager Sachsenhausen, Buchenwald und Mauthausen/KZ- Außen-lager Florisdorf. Im März 1945 gelingt ihm die Flucht vor dem Todesmarsch in die österreichischen Berge. Dort wird er im April von der Roten Armee befreit.
Willi lebte seit 1946 in Leipzig. Er war verheiratet. Aufgrund der schweren und bleibenden Schäden, die er durch Tritte in den Unterleib während seiner KZ-Haft erlitt, blieb die Ehe kinderlos. Willi Remmel verstarb 64jährig im Jahre 1970 an den Spätfolgen seiner langjährigen Lager- und KZ-Haft.

Die spannenden Folgen einer Buchlesung

Herbert Remmel, der Neffe von Willi Remmel, begab sich auf die Spuren des Widerstands- und Spanienkämpfers:


Diese Pressemitteilung hatte mich förmlich elektrisiert: Harry Fisher liest in Leipzig aus seinem Buch ‚Comrades’.Die Vorankündigung des Buches hatte ich gelesen, es gleich vorbestellt, später gekauft und fasziniert verschlungen; das was ich suchte, aber nicht gefunden: Irgendeinen Hinweis, daß Harry Fisher in Spanien auch mit deutschen Interbrigadisten zusammengetroffen sein konnte.
Seit einigen Monaten recherchierte ich die spanischen Spuren meines Onkels Willi Remmel. Wie Harry Fisher auch, war Willi einer der 40.000 „Voluntarios de la Libertad“, die in den Internationalen Brigaden auf Seiten der spanischen Republik gegen die Faschisten gekämpft hatten. Wenig hatte Willi nach seinem frühen Tod 1970 hinterlassen: Einige Dokumente und zwei Fotos. Das eine zeigt ihn in Ausgangsuniform mit der charakteristischen Bommel an der Käppispitze, das andere in Dienstuniform mit Schirmmütze.
Mit Fishers Buch unter dem Arm und den beiden Fotos von Onkel Willi in der Tasche also hin zu Fishers Lesung. Danach Signierstunde. Ich lege ihm die Fotos vor: "Mister Fisher, könnte es sein, daß Sie diesem Mann in Spanien begegnet sind?"

Den vollständigen Text können Sie hier als PDF herunterladen. Einge der wenigen Fotos aus dem Nachlaß von Willi Remmel können Sie hier als PDF herunterladen.

 

Schwerste Zeiten für Widerständigkeit – ArbeiterwiderstandEdelweißpiraten
Heinrich Schultz
Martha Mense
Reinhold Heps
Willi Remmel