Jüdisches Leben und jüdischer Friedhof

2021 blicken beide christlichen Kirchen auf 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland zurück. Die jüdische Gemeinde Kölns gilt als die älteste nördlich der Alpen.

In Köln-Mülheim gab es jüdisches Leben schon im 17. Jahrhundert, 300 Jahre bevor es Teil der Stadt Köln wurde.

 

Eine Arbeitsgruppe um die Geschichtswerkstatt Mülheim hat dies zum Anlass genommen, den jüdischen Friedhof vor dem Vergessen zu retten.

Die Inschrift auf den Grabsteinen verwittern immer stärker. Die Name der dort Bestatteten sollen bewahrt werden

 

Die Broschüre

                     "Die jüdische Gemeinde Köln-Mülheim und ihr Friedhof"

berichtet von der reichen Geschichte jüdischen Gemeindelebens - noch heute ein Lehrbeispiel für das Zusammenleben in städtischen und staatlichen Gemeinschaften.

Die jüdische Gemeinde Köln-Mülheim und ihr Friedhof
Juedische_Gemeinde_und_juedischer_Friedh
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Die Broschüre ist erhältlich bei :

icon Kommunikation für Kultur und Wirtschaft, Berliner Str. 67, 51063 Köln
Wegen der Corona-Situation ist das Büro nicht ständig besetzt.
Bitte vereinbaren Sie Abholtermine unter info@geschichtswerkstatt-muelheim.de 
oder unter 0221/ 4234 9565

 

Die Broschüre wird ergänzt durch ein 30 minütiges Video, das die 160 Grabsteine
des Friedhofs zeigt. Diese Dokumentation wurde im Laufe des Jahres 2020 von Pfarrer
Dietrich Grütjen und seinem Kollegen Hartmut Schloemann erstellt.

Beim Entziffern der Grabinschriften und bei ihrer Übersetzung hat Herr Dr.Thomas Pulm, Mitarbeiter des Martin-Buber-Instituts für Judaistik an der Universität zu Köln
wertvolle Arbeit geleistet und die Daten für die Dokumentation zusammen gestellt.



Den Link zum Video finden Sie hier:

https://youtu.be/7_nj5QLQyho

 

Die Pressestelle des Evangelischen Kirche im Rheinland  eröffnet das
Jubiläumsjahr 2021 mit einem Hinweise auf das Projekt "Jüdischer Friedhof
Köln-Mülheim.
Bitte lesen Sie hier:
Jüdisches Leben soll wieder sichtbarer werden - news.ekir.de


Welche Aktivitäten insgesamt im Jubiläumsjahr 2021 in Köln geplant sind, dazu
gibt folgende Seite Auskunft:   www.321.koeln 

Viel jüdisches Leben in Mülheim -  KStA vom 26.01.2021

Foto: Schloemann
Foto: Schloemann
20210126_Viel_juedisches_Leben_in_Muelhe
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Kommentare: 7
  • #1

    Gertrud Czapp (Montag, 11 Januar 2021 13:35)

    Guten Tag,
    den Film habe ich mir schonnach dem Frühstück angesehen, er ist sehr gut, jetzt freue ich mich darauf, die Schrift vom Geschichtsverein zu lesen.
    Vielen Dank für diese Veröffentlichung.
    Gertrud Czapp
    Wenn eine Mitarbeit an solchen Projekten möglich ist, würde ich mich freuen .
    gertrudczapp@web.de

  • #2

    Monika Winter (Dienstag, 19 Januar 2021 21:29)

    Ich habe noch eine kleine schwarz-weiss Broschüre"Die verschwundene Synagoge in Köln-Mülheim". Es wurde 1982 von der ev. Kirchengemeinde Mülheim am Rhein, der Katholischen Pfarrgemeinde Liebfrauen, Köln Mülheim und dem Kirchenkreis rechtsrheinisch zur Verfügung gestellt, ist aber ein Schülerheft für den Arbeitskreis Dieter Corbach pp. Falls Sie es nicht kennen, kann ich Ihnen eine Kopie fertigen. Melden Sie sich dann einfach über fb.
    Herzliche Grüße

  • #3

    Werner Müller (Dienstag, 26 Januar 2021 11:08)

    Hallo Team Geschichtswerkstatt Mülheim.
    Gute Arbeit. Das ist ein wichtiger Punkt der Mülheimer Geschichte. Ich weiß selber, wie viel Arbeit dahinter steckt.
    Aber ich wundere mich über den Satz (Seite 25, oben rechts) "Die Mülheimer Synagoge war von 1915 bis zu ihrer inneren Zerstörung am 09.November 1938 die älteste Synagoge Kölns." Die Synagoge in der Glockengasse wurde 1875 gebaut, die Synangoge in der Roonstraße 1895.
    Danke für eine Antwort.
    Werner Müller (Luftfahrtarchiv)

  • #4

    Geschichtswerkstatt (Dienstag, 26 Januar 2021 12:47)

    Lieber Werner Müller, danke für das Lob und die kritische Anmerkung. Die 2. Mülheimer Synagoge wurde 1786 geweiht, als in Köln noch der Geist mittelalterlicher Intoleranz regierte. Napoleon erst ermöglichte hier wieder jüdisches Leben und ab 1804 ein Bethaus in Räumen des vormaligen Clarissenklosters in der Glockengasse. An diesem Ort wurde 1861 nach einem Entwurf des protestantischen Dombaumeisters Zwirner die großartige, 1938 zerstörte Synagoge errichtet. Mit der Eingemeindung von Deutz 1888 wurde die 1786 geweihte deutzer Synagoge die älteste Kölns. Diese wurde 1915 mit dem Bau der damals „Friedensbrücke“ genannten deutzer brücke abgerissen und durch durch einen Neubau am Reischplatz ersetzt. Damit wurde die Synagoge der 1914 eingemeindeten Stadt Mülheim die älteste Kölns (HG)

  • #5

    Geschichtswerkstatt (Donnerstag, 28 Januar 2021 17:28)

    Liebe Febrau Winter, danke für Ihr Angebot zur "Verschwundenen Synagoge von Köln-Mülheim". Wir haben ein pdf Dokument der 2. Auflage, an der auch Herr Grütjen mitgewirkt hat. Das werden wir auf diese Seite einstellen.

  • #6

    Karin Schumacher (Montag, 01 Februar 2021 17:57)

    Liebe Geschichtswerkstatt,
    im Mai 2010 besuchte ich zum ersten Mal den jüdischen Friedhof in Mülheim. Seitdem ist dort viel geschehen. Das Video über den Friedhof und die gesamte jüdische Geschichte in Mülheim haben mir noch tiefere Eindrücke vermittelt. Vielen Dank dafür.
    Im Film hieß es, die alte Synagoge hätte dort gestanden, wo heute die Gaststätte „zur Bierkirche“ steht. Die habe ich nirgends finden können. Meinte der Sprecher eventuell "Willomitzer"? Es muss ja in etwa in der Ecke Freiheit und Bachstraße gewesen sein. War dort möglicherweise auch eine Mikwe? Von Deutz habe ich bspw. erfahren, dass die alte Synagoge (Deutz) dem Brückenbau zum Opfer gefallen ist, und der Zugang zur Mikwe heute unter der Brückenauffahrt liegt.
    Die Broschüre"Die verschwundene Synagoge in Köln-Mülheim" von Monika Winter interessiert mich auch sehr.
    Mit besten Grüßen
    Karin Schumacher

  • #7

    Geschichtswerkstatt (Dienstag, 16 Februar 2021 16:19)

    Liebe Frau Schumacher, es freut uns, dass Film und Broschüre Sie angesprochen haben. Wenn möglich, werden wir auf dieser Seite wieder reale Führungen anbieten. Hier die Antworten auf Ihre Fragen: Von Carl Brisch stammt das Zitat (Broschüre Seite 27) aus 1879 zum Standort der Synagoge bei dem „Lokal zur Bierkirche“ (zu finden unter:
    http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/titleinfo/2447797, hier Seite 98). Das Lokal Bierkirche (Freiheit Nr. 5) bestand bis zum Brückenbau 1927, die bis 1784 existierende 1. Mülheimer Synagoge lag gegenüber, wo sich später das Haus mit der Nr. 12 befand. Dies ist aus einer Beschreibung des späteren Kölner Stadtkonservators Hans Vogts aus 1914 zu entnehmen. Die Häuser Nr. 12 und 14 existieren seit dem Kriegsende nicht mehr, die Häuser 16 bis 36 sind wie die Häuser 1 bis 29 auf der linken Seite für den Bau der 1. Brücke niedergelegt worden.
    Wie Sie zutreffend schreiben gab es in Deutz eine Mikwe, die von der Deutzer Brückenrampe verborgen ist. Für Mülheim ist das nicht anzunehmen, weder am 1. noch am 2. Synagogenstandort wurden Spuren einer Mikwe gefunden oder überliefert. Voraussetzung für eine Mikwe ist „lebendes Wasser“, in der Regel das Grundwasser. Es kann aber auch ein fließendes Gewässer genutzt werden. Es ist daher anzunehmen, dass rituelle Waschungen von Mitgliedern der Mülheimer Gemeinde im Rhein vorgenommen wurden.
    Die Broschüre mit dem Titel "Die verschwundene Synagoge in Köln-Mülheim“ wird auf dieser Seite eingestellt.